IMG_0700Hunde stammen vom Rudeltier Wolf ab und sind daher sehr soziale Tiere. Ihre deutliche Körper- und Lautsprache, die hohe Lernfähigkeit, ihre Spielfreude und ihre Einordnung in ein soziales Gefüge erleichtern das Zusammenleben mit ihnen. Zwischen Mensch und Hund ist eine enge Freundschaft möglich.
Hunde brauchen viel Sozialkontakt und leben deshalb gerne mit ihren Menschen zusammen.
In den prägenden ersten Wochen und Monaten muss ein Welpe gegenüber verschiedenen Menschen und Artgenossen sozialisiert werden und wichtige Umwelterfahrungen machen. Ein späterer Schulhund sollte viele positive Erlebnisse mit Kindern haben.

Unzählige Forschungsergebnisse vor allem über Hunde und Katzen aus dem In- und Ausland zeigen sehr deutlich die positive Wirkung von Tierkontakten auf die weitere Entwicklung von jungen Menschen.

 

Tiere wie Hunde bieten Unterstützung und Trost in entwicklungs- und situationsbedingten Krisen. Wie bei Erwachsenen wirken sie auch bei Kindern stressmindernd, und sie stärken mit ihrem grossen Zutrauen das Selbstwertgefühl der Kinder. Das Sozialverhalten der jungen Tierfreunde wird markant verbessert. Die jungen Menschen lernen, sich in ein anderes Lebewesen einzufühlen, nonverbales Ausdrucksverhalten zu verstehen sowie Verantwortung zu übernehmen. Diese Fähigkeiten nützen den Kindern im Umgang mit anderen Menschen, Klassenkollegen, Freunden oder Erwachsenen.

Ein Hund im Klassenzimmer kann das Klima wesentlich verbessern. Es erstaunt immer wieder, wie rücksichtsvoll selbst die wildesten Kinder plötzlich sein können. Das gemeinsame Interesse an diesem Lebewesen verbindet Kinder und Lehrperson, zwischenmenschliche Probleme treten in den Hintergrund. Die Integration von Problemkindern wird dadurch erleichtert. Bemerkenswert ist auch der ausgleichende Effekt von Tieren: Zurückhaltende Kinder werden kommunikativer, stürmische eher gemässigt. Eltern und Lehrpersonen bestätigen übereinstimmend, dass ein Unterricht mit Tieren viel lieber besucht wird.
Das lebhafte Interesse und die hohe Motivation der Kinder erleichtern die Förderung wesentlich. Mit Tieren wie einem Hund können im Schulunterricht unterschiedlichste Ziele angestrebt werden:

–          Verbesserung des Raum- und Förderklimas

–          Verbesserung der Schüler-Lehrer-Beziehung

–          Steigerung der intrinsischen Motivation beim Kind und dadurch…

–          Unterstützung der Erreichung von Förderzielen im Bereich der Sachkompetenz

–          Steigerung der Selbstkompetenz (Selbstbewusstsein, Mut, Selbstwert)

–          Steigerung der Sozialkompetenz (Einfühlungsvermögen, Frustrationstoleranz)

Der im Schulunterricht anwesende Hund hat einen hohen Eigenwert. Er darf nicht einfach als Mittel zum Zweck eingesetzt werden. Jeder Tierart muss eine ihren Bedürfnissen optimal entsprechende Haltung und Beschäftigung geboten werden. Auf die Ruhezeiten und Ruhezonen eines Hundes ist Rücksicht zu nehmen. Eine solche Einstellung ist unerlässliche Bedingung für die Haltung eines Hundes im Klassenzimmer und zugleich eine zentrale Erkenntnis für die Kinder.


Das Lehrpersonen-Hunde-Team:
Bringt eine Lehrperson ihren eigenen Hund in die Schule mit, sind die Voraussetzungen ideal – unabhängig davon, ob das Tier permanent, in einem bestimmten Turnus oder nur ausnahmsweise in der Schule ist: Die Lehrperson kennt nämlich nicht nur ihren Hund gut und kann dessen Verhalten und die Stressbelastung während eines Schulbesuches abschätzen. Sie kennt auch die Schüler, kann deren Reaktion auf die Anwesenheit des Tieres einschätzen und die Kinder gezielt vorbereiten.
Ein Hund, der mit Regelmässigkeit  im Klassenzimmer ist, ermöglicht den Kindern, eine länger dauernde Beziehung zu ihm aufzubauen und bringt ihnen zahlreiche Vorteile: Die Kinder lernen den Hund in verschiedenen Situationen kennen, erleben auch sein Ruhebedürfnis und entdecken schrittweise seinen unverwechselbaren Charakter. So könnte sich im Laufe der Zeit sogar eine gegenseitige Freundschaft entwickeln. Für Kinder ohne eigenes Heimtier sind solche Erfahrungen besonders wertvoll.
Ein positives Verhältnis zum Tier erleichtert und verbessert auch die Beziehung zum Tierhalter – sprich: zur Lehrperson. Die aus tiergestützten Therapien bekannte Logik gilt auch in der schulischen Integrativen Förderung.

(Text geschrieben von Alexandra Wolf)